Rocko Kakoschke

«Wer bellen kann, sollte auch mit dem Schwanz wedeln können.»

18

Du –
Bist der Sturm
Der das Meer bewegt
Du –
Bist der Wind
Der die Vögel am Himmel trägt

Du –
Bist das Meer
Das der Sturm bewegt
Du –
Bist der Vogel
Den der Wind am Himmel trägt

Du

26. Jan. 2000

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17

Siebzehn Jahre, mein Gott.
Siebzehn Jahre waren einmal mein halbes Leben.
Eine Ewigkeit.

Eine Ewigkeit, die Du nicht mehr in Deinem Leben bist, aber unverrückbar immer noch in meinem. Meine Liebe klebt an der Erinnerung an Dich, wie ein Kaugummi auf dem Asphalt. Das kriegt man nicht mehr los. Wenn es da schon siebzehn Jahre klebt, klebt es da auch noch in hundert. Es sei denn, die ganze Straße verschwindet. Ich schätze, anders wird es mit der Liebe zu Dir auch nicht sein. Sie verschwindet dann, wenn ich verschwinde.

Es ist viel passiert in diesen siebzehn Jahren. Ich bin jetzt verheiratet. Du würdest sie mögen, da bin ich mir sicher. Sie, die ich erst ablehnte, aus Angst, ich könne sie verletzen. Sie fand ihren Weg in mein Herz und in meine Arme. Ich verletzte sie, wenn auch erst Jahre später und anders, als befürchtet. Ich verletzte uns beide, mit mir selbst. Unsere Liebe trägt es. Die Liebe zu Dir dagegen bohrt in regelmäßigen Abständen in den unverheilten Wunden und lacht. Hergeben möchte ich sie trotzdem nicht, denn sie ist neben dem Taschentuch alles, was ich von Dir besitze.

Dein Taschentuch, welches Du mir gabst, um meine Tränen trocknen zu können. Die Tränen, die ich weinte, weil ich den Moment nicht fassen konnte. Mittlerweile ist es nicht mehr im Kleiderschrank zwischen meiner Wäsche. Nicht mehr der selbe Ort, nicht mehr der selbe Kleiderschrank, nicht mehr die selbe Wäsche, nicht mehr das selbe Leben. Ich bewahre es in einer Kiste im Keller mit den reduzierten Zeugnissen unserer Vergangenheit.

Meine Seele kannte das Datum des heutigen Tages und brachte mir am Morgen unsere letzte Begegnung in den Sinn. Ich dagegen erfuhrt das Datum erst um die Mittagszeit, nach Erledigung der Hausordnung und dem Unterzeichnen des Reinigungsplanes.

Der letzte Blick in Deine Augen.
Die letze Berührung.
Deine Hand auf meinem Arm.
Abschied.
Für immer

Damals hinter der Theaterbühne.

28. September 2011 (366)

Gestern vor vier Jahren geschrieben, vergessen, heute wiedergefunden. Diese Worte sollen jetzt zu ihrem Recht kommen, weil sie heute noch so wahr sind wie damals.

Fast drei Wochen ist es jetzt her, seit wir miteinander telefoniert haben – das erste Mal seit langem. Es war der zehnte September, der Tag an dem uns das Leben vor einem Jahr zusammenwarf. Du hast Dich über meinen Anruf gefreut. Nie habe ich ein Gespräch zwischen uns als so klar und unbeschwert empfunden. Du hast es mir leicht gemacht, so leicht, dass ich mich mal wieder gefragt habe, ob dieses Jahr mit Dir nur eine Illusion gewesen ist und ob ich mich so sehr in Dir getäuscht habe. Und wieder kann ich nur spekulieren, aber ich will nicht mehr spekulieren, ich muss nicht mehr spekulieren. Wahrscheinlich werde ich es niemals erfahren, so wie Du es auch nie erfahren hast … und das ist vollkommen in Ordnung.

Es war, was es war und es war nie etwas anderes. Es hat seinen Sinn erfüllt, mich aus den schwärzesten Zeiten zurück ins Leben geholt. Nur etwas mit der quälenden Gewaltigkeit einer unerfüllten Liebe war dessen mächtig. Es war wie eine Faust Gottes, die mich aus der Erde rieß, aus dem Zustand des lebendig Begrabenseins, um mich schonungslos in das Licht der Sonne zu halten. Diese Liebe hat mich geheilt und kurz bevor alles dabei war, sich ins Gegenteil zu kehren, kam das Eigentlich, das Wahre, das Wirkliche. Ich wollte mich zwingen, es vorbei gehen zu lassen, wollte mich dagegen wehren, weil ich keine Ahnung mehr hatte, welche Gefühle in mir wem galten.

Gefühlsbandsalat auf ganzer Linie.

Ich den letzten drei Monaten hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Sie war nie die zweite Wahl und nie eine Alternative. Sie ist der Mensch, der zu mir passt, wie es kein anderer Mensch jemals tat.

Kakoschke rechnet ab: Kalter Kaffee und warmes Bier

So oder so ähnlich lässt sich mein Leben derzeit beschreiben. Für Außenstehende sicher schwer zu begreifen, aber ihr guckt mir auch nur vor den Kopf und der sieht rein äußerlich, abgesehen von ein paar entzündeten Pickeln, ja auch ganz in Ordnung aus. Es ist auch nicht wirklich schön, mir in den Kopf zu gucken. Glaubt mir, ich tue das täglich, jede Sekunde, und wünsche mir in jeder dieser Sekunden einen Knopf. Einen Knopf für den Kopf. Zack und aus.

Ich bin fast achtunddreißig Jahre alt, habe einen wunderbaren Menschen an meiner Seite, einen Job, der ganz in Ordnung ist und sich auch zufriedenstellend auszahlt, ein wunderschönes zu Hause, wenn auch in einer der, meiner Meinung nach, uncharmantesten Städte Deutschlands. Aber drauf geschissen, ich sollte glücklich sein. Bin ich aber nicht. Selten habe ich es geschafft den Zustand des Glücklichseins über einen längeren Zeitraum zu halten, denn letztendlich hat er gar nichts mit den äußeren Gegebenheiten zu tun.

Nicht, dass ich nicht gerne unglücklich wäre. Das bin ich sogar sehr gerne. Wenn mir so richtig hundeelend ist, wenn es so richtig, richtig schmerzt, merke ich überhaupt erst, dass ich da bin und wenn ich ehrlich bin, ziehe ich diesen Zustand dem Glücklichsein sogar noch vor, weil er weitaus mehr Potenzial hat, mich kreativ werden und etwas erschaffen lässt. Ein Lied, ein Gedicht, irgendetwas in der Art. Und etwas zu erschaffen, gibt mir das Gefühl, dass mein Leben einen Sinn macht und das macht mich dann irgendwie glücklich im Unglücklichsein. Verrückt, ich weiß.

Doch auch das ist momentan nicht der Fall. Ich bin weder in der Lage glücklich zu sein, noch bin ich zufriedenstellend unglücklich. Da ist nichts. Nur eine Mischung aus Leere, Gleichgültigkeit, Angst, dem Leben nicht ausreichend gerecht zu werden, und eine aus allem heraus resultierende Aggression, die mich gelegentlich mit dem Wunsch erfüllt, irgendjemandem so richtig auf die Fresse zu hauen.

Ich sollte vielleicht mal eine Couch aufsuchen, die sich nicht im eigenen Wohnzimmer befindet. Alternativ könnte ich es auch mit einer Kampfsportart versuchen. Reden ist ja eher nicht so meins. Ich habe vor Jahren mal eine Psychotherapie gemacht und den Großteil der Therapiestunden haben meine Therapeutin und ich uns angeschwiegen, weil Reden schon damals nicht meins war. Schreiben dagegen finde ich toll. Da habe ich Zeit, mir die Worte zu überlegen. Beim Reden ist eher Spontanität gefragt und daran mangelt es mir oft, was zum Beispiel dazu führt, dass ich Telefonieren abgrundtief hasse. Oder viel schlimmer, was mich daran hindert, Menschen so richtig gepflegt die Meinung zu sagen.

Wenn mich auf der Straße jemand blöd anmacht, kriege ich es allenfalls hin, ihn noch blöder anzumachen und das Niveau um einiges zu unterbieten, bevor mir vor lauter Fassungslosigkeit die Tränen kommen. Die richtig tollen Sachen, die intellektuellen Faustschläge quasi, fallen mir immer erst dann ein, wenn der Kohl schon längst gegessen ist. Und dann durchlebe ich das Szenario immer und immer wieder, mit den richtigen Worten. Und ohne zu heulen. Ich durchlebe teilweise noch Ereignisse dieser Art, die schon über zehn Jahre zurück liegen, weil ich einfach nicht darauf klar komme, wie ungerecht ich in meinen Augen behandelt worden bin und wie einfallslos ich darauf reagiert habe. Auch verrückt, ich weiß. Ich kann total leicht Brücken zu Menschen abbrechen, die mir auf den Sack gehen, ganz egal, wie wichtig sie mir mal waren, aber von solchen Situationen kann ich mich nur schwer lösen. Manchmal rede ich übrigens auch gar nicht mehr in diesen Szenarien, sondern bringe die Menschen einfach direkt um. Ungefährt so wie Patrick Bateman in American Psycho, mit verdammt viel Blut und verdammt viel Spaß. Nur in meiner Vorstellung natürlich. Macht es jetzt nur bedingt besser, ich weiß.

Ich lebe viel zu viel in der Vergangenheit, obwohl ich es doch eigentlich besser weiß. Ich weiß viele Dinge besser, aber oft schaffe ich es nicht, nach diesem Wissen zu handeln. Eine Eigenschaft, die mich bei anderen Menschen abgrundtief annervt. Der berühmte Spiegel, den einem das Leben vor die Nase hält. So ist das immer. Alles was dich bei anderen Menschen ankotzt ist fast immer eine übersteigerte Form dessen, was du an dir selbst nicht ausstehen kannst. Und übersteigert deswegen, weil du es sonst nicht bemerken und dich nicht damit auseinander setzen würdest.

Es gab mal Zeiten, da konnte ich jeden Menschen so sein lassen wie er ist. Da konnte ich über alles hinweg sehen, nichts hat mich gestört. Weder innerlich noch äußerlich. Wenn mir ein verdreckter, übel riechender Obdachloser in der U-Bahn seine angetrunkene Bierdose hingehalten hat, habe ich daraus getrunken, weil mich seine Freundlichkeit gerührt hat. Er war zwar äußerlich nicht ansehnlich, aber innerlich dafür um so mehr. Jetzt sehe ich nur noch mit den Augen in meinem Kopf und frage mich, zu welchem Zeitpunkt die Augen meiner Seele erblindet sind.

Wisst ihr, warum ich so auf Superhelden abfahre? Weil ich gerne einer wäre. In Geheimhaltung meiner wahren Identität bin ich jetzt schon spitzenmäßig. Mit einem Doppelleben dieser Art käme ich sicher auch klar. Zudem würde ich noch wesentlich besser aussehen, als ich es in den seltenen, vor Selbstbewusstsein strotzenden Phasen meines Lebens sowieso schon tue, wäre zudem auch noch furchtbar erfolgreich, könnte kämpfen, hätte die Kraft jemanden zu töten, aber die Stärke es nicht zu tun und stattdessen die Welt ein großes Stück besser zu machen. Edel und gerecht. Nebenbei würde ich noch reihenweise Frauenherzen brechen, während mein Herz nur einer gehört, die allerdings total in mein Superheldenego verknallt ist und mich im realen Leben völlig übersieht. Ich möchte allerdings kein Superheld mit Superkräften sein, sondern eher so einer, der einen Butler und den Arsch voll Kohle hat und sich mit gesellschaftlichen Normen lieber den Hintern abwischt, als sie zu praktizieren. So ein richtiger Antiheld eigentlich. Wenn ich es mir recht überlege, bin ich schon ziemlich nah dran. Mir fehlt eigentlich nur noch der Butler. Leider mag ich Menschen nur in sehr seltenen Ausnahmefällen. Ganz miese Vorraussetzungen für den Job als Superheld.

Ich bin übrigens nicht nur scheiße. Menschen in meinem näheren Umfeld mögen mich und behaupten, ich sei talentiert. Meine Frau liebt mich sogar. Ok, Charles Manson ist musikalisch und Adolf Hitler hat wirklich schöne Aquarelle gemalt. Eva Braun hat ihn vermutlich auch geliebt. Himmel hilf, wie komme ich aus der Nummer jetzt wieder raus? Vermutlich gar nicht mehr. Deswegen schreibe ich jetzt auch einfach weiter, als sei nichts gewesen. Ich kann viele tolle Sachen und ich spreche ausnahmsweise nicht davon Bierflaschen mit allen möglichen Gegenständen öffnen oder meinen Namen rülpsen zu können. Letzteres hätte sich nach meiner Heirat nächstes Jahr sowieso erledigt. Mit dem Doppelnamen sehe ich da nämlich schwarz. Nein, ich meine so richtige Talente. Ich mache Musik, schreibe neben misanthropischen Texten wie diesem auch Lieder und Gedichte, die in fremden Hirnen und auch Herzen tatsächlich Anklang finden. Meine Frau sagt, ich habe ein fotografisches Auge, einen Blick für gute Motive. Zum Kochen brauche ich keine Rezepte, weil ich die Gerichte bereits als Idee in meinem Kopf schmecken kann. Und als wäre das nicht schon genug, bringe ich Menschen sogar gelegentlich zum Lachen.

Klingt doch eigentlich gar nicht so übel. Leider reicht nichts von diesem ganzen Talentgedöns aus, um mehr Bedeutung zu erlangen als eine Sockenfluse im Sog des ablaufenden Badewassers. Dabei möchte ich dieser Welt so gerne etwas hinterlassen. Einen positiven Fußabdruck, der dem bereits vorhandenen und immer größer werdenden negativen Fußabdruck wenigstens etwas entgegenwirkt. Wir richten diese Welt tagtäglich zu Grunde und so sehr ich mich bemühe, meinen persönlichen Anteil daran möglichst gering zu halten, um besser schlafen zu können, ist er trotzdem noch zum verzweifeln groß, dieser negative Fußabdruck.

Also schlafe ich weiter beschissen. Was allerdings mehr daran liegt, dass der blasenschwache Hund zweimal in der Nacht zum Pinkeln in den Garten muss und ich zu viel Kaffee trinke, weil ich beschissen schlafe, was mich noch beschissener schlafen lässt, weil ich sehr empfindlich darauf reagiere. Im Grunde reicht schon ein regelmäßiger Kaffee am Morgen und ich bekomme Schlafstörungen. Momentan trinke ich bis zu fünf Tassen am Tag, und das, obwohl mir das Zeug oft gar nicht schmeckt. Das geht ab, sage ich euch. Jetzt gerade auch schon wieder. Kaum schrieb ich von Kaffee, bekam ich auch schon Lust darauf, einen zu trinken. Wieso ich Lust auf etwas haben kann, was mir nur bedingt schmeckt und mir auch absolut nicht gut tut, kann ich gar nicht so genau sagen. Das wäre eigentlich so, als würde ich mir ständig bewusst mit dem Hammer auf die Hand hauen, obwohl ich weiß, dass es weh tut. Ich weiß es besser und mache es trotzdem. Da haben wir es wieder.

Eigentlich ist mein Leben gerade mehr kalter Kaffee, als warmes Bier. Gerade sogar kalter Kaffee mit Fliegenschiss. Ständig krabbelt das blöde Vieh in meine Tasse und ich bin mir sicher, sie hat bereits reingekackt. Ja, so sehe ich das Leben zur Zeit. Wie eine halbvolle Tasse mit kaltem Kaffee und Fliegenscheiße.

So ein Fliegenleben ist doch gar nicht mal so ein schlechtes Leben. Als Fliege könnte ich fliegen. Alleine die Fähigkeit wäre es schon wert. Als Fliege fliegst du den ganzen Tag herum, krabbelst so vor dich hin, mit Vorliebe kopfüber an der Zimmerdecke, rüsselst alles an, scheißt auf alles und den Weltfrieden und empfindest Hundekot als wohlriechend. Klar, kann so ein Fliegenleben auch schnell zu Ende sein, aber ich denke das ist dem Fliegenhirn gar nicht bewusst. Dumm, aber glücklich. Bestenfalls landest du als Fliege bei jemandem wie mir, bei dem Menschen zwar derzeit keinen hohen Stellenwert haben, Tiere dafür aber umso mehr. Da darfst du dann ungestraft auf und in alles scheißen, alles abrüsseln und wirst, nachdem du dir alles in Ruhe angesehen hast, gefangen und in die Freiheit entlassen. Dumm, aber glücklich. Eine Kombination, die auch vielen Menschen eigen ist, was ich manchmal verabscheue, aber meistens beneide.

Wissen ist nämlich nicht immer Macht. Wissen führt viel öfter zu Ohnmacht, weil es einem die Fähigkeit verleiht hinter die Dinge zu sehen und das, was es hinter den Dingen zu sehen gibt, ist beängstigend. Wenn ich als Kind im Fernsehen mal etwas gesehen habe, das mich verängstigt hat, war die Aussage, dass alles nur ein Film sei und nie wirklich passiert, immer ausgesprochen tröstlich und hilfreich. Heute weiß ich, dass die Grausamkeiten aus Filmen an die Realität oftmals gar nicht herankommt, weil diese noch weitaus grausamer und unvorstellbarer ist. Meine Kindheit war ein Teil davon, aber damit möchte ich mich hier für nichts entschuldigen. Menschen, die ihre Kindheit als glücklich bezeichnen, sind entsetzt, wenn ich aus meiner Kinderzeit berichte. Dagegen habe ich schon von Kindheitserinnerungen gehört, die meine Kindheit wie eine Eis am Stiel erscheinen lassen. Es ist also alles relativ.

Machmal wäre ich auch gerne einer von denen, die sich an in minderwertigen Fernsehsendungen zu Schau gestellten Menschen mit unterirdischem Bildungsgrat ergötzen, während sie a) gar nicht merken, was auf der Welt wirklich geschieht und b) nicht merken, dass sie noch einen Deut dümmer sind, als die Personen im Fernsehen, weil die mit ihrer Dummheit wenigstens noch etwas erleben und obendrauf noch ein wenig Geld verdienen. Dummheit kann einen wirklich einschränken, aber in der heutigen Welt macht Dummheit eher frei. Dummheit macht frei von Verantwortung und Schuldgefühlen. Natürlich ist auch ein dummer Mensch nicht frei von Schuld und Verantwortung, aber meist ausreichend dumm, um nicht zu merken, dass er Schuld trägt und Verantwortung hat.

Verdammt blöd, dass die Seele auf Weiterentwicklung gepolt ist. Somit ist auf ein zukünftiges Leben als bildungsresistenter Bürger nicht zu hoffen. Auf ein Leben als Fliege erst recht nicht. Schade, wo ich gerade so eine Lust verspüre, auf Euer Essen zu kacken. Bleibt nur noch die Hoffnung auf ein Leben als Superheld.

Bis dahin – Arschlecken! Den Stinkefinger müsst Ihr Euch jetzt einfach denken.

Alin Coen – Das letzte Lied (304)

Gefühlsamok #4: Ich möchte das Leben gerade prügeln (303)

Wie kann sich ein und die selbe Sache nur so zweischneidig anfühlen?
Auf der einen Seite habe ich das Gefühl, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas richtig gemacht habe und auf der anderen Seite fühlt es sich an, wie einer der größten Fehler meines Lebens. Ich sollte stolz auf mich sein, weil ich es geschafft habe, eines der schönsten Geschenke abzulehnen, welches mir das Leben bieten wollte, denn ich hätte es mit meinen ungeschickten Händen früher oder später doch nur zerstört.
Ich sollte stolz auf mich sein, aber ich bin es nicht. Stattdessen vermisse ich was es bereits zu vermissen gibt und frage ich mich, ob das Leben nicht etwas falsch gemacht hat. Und während ich verzweifelt nach einer Antwort suche, bemüht sich mein Hund wie immer darum, mein Leid auf seinen kleinen Schultern tragen zu dürfen. Ich werde ihm wohl nie beibringen können, dass das nicht seine Aufgabe ist.

Gefühlsamok #3: Maximilian Mengwasser – Durch die Nacht (302)

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